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09.03.2016: Leerstand und Ödnis in der „Hauptstadt“ des Nationalparks Eifel

In den letzten Jahren war mit dem Kulturschock im ehemaligen Caritas-Haus – in zentraler Innenstadtlage im Kernort der Stadt Schleiden – ein Ort der Kultur und Begegnung entstanden, der weit über die Stadtgrenzen hinaus Strahlkraft hatte. Mit Maf Räderscheidt hatte sich eine renommierte und mindestens national bedeutsame Künstlerin in Schleiden niedergelassen, die durch ihre weitläufigen Kontakte und ihr Engagement für jeden sichtbar Kultur in Schleiden bewegte und anschob.
Als diese sich nun finanziell nicht mehr in der Lage sah, den Kulturschock in seiner bisherigen Form weiter zu betreiben, legte die Verwaltung ein Konzept zur Erhaltung eines offenen, integrativen und kulturellen Ortes in der Stadtmitte unter Einbeziehung der dringend gebotenen Integrationsarbeit für Geflüchtete vor. Neben der kulturellen Arbeit sollten Bürger und Vereine in diesem Haus eine Heimat finden, um zum einen Geflüchtetenhilfe leisten zu können, zum anderen aber auch einen Ort für ihre Bedürfnisse und Interessen zu haben.
Dazu hatte die Verwaltung bereits im Vorfeld Kontakt zu in Frage kommenden Kooperationspartnern aufgenommen. Der Verein Regebogen e.V. war ebenso wie die Caritas in die Überlegungen einbezogen worden. Mit dem Bistum Aachen wurde eine Vereinbarung ausgearbeitet worden, die der Stadt die Anmietung gegen Übernahme der Nebenkosten ermöglicht hätte.
Neben den kulturellen Integrationsangeboten, die von Maf Räderscheidt durchgeführt werden sollten, wären in dieser ursprünglichen Überlegung eine Arbeitsmaßnahme der Caritas für Geflüchtete und Angebote des Regenbogen e.V. für Geflüchtete enthalten gewesen. Alle diese Maßnahmen wären in Verbindung mit dem Haus als Ort des Geschehens aus Landesmitteln förderfähig gewesen.

„Die Stadt hätte das ehemalige Caritashaus für 0,00 Euro Mietzins übernehmen können.“


Wie den lokalen Medien zu entnehmen war, hat sich eine deutliche Mehrheit der im Rat der Stadt Schleiden vertretenen Parteien gegen diesen Weg entschieden. Einzig wir, die FDP, haben den Vorschlag der Verwaltung mit Nachdruck unterstützt.
Die Stadt hätte für das Haus für 0 – in Worten NULL – Euro Mietzins entrichten müssen. Die zu tragenden Nebenkosten hätten sich auf 6.000 Euro im Jahr belaufen. Die förderfähigen Projekte zur Integration Geflüchteter wären zu 90 % durch Landesmittel gedeckt gewesen.
Als Grund für die Ablehnung wurde angeführt, dass man mit der Förderung von Maf Räderscheidt, deren Engagement man im Übrigen schätze, einen Präzedenzfall schaffe und somit auch anderen kulturell Tätigen in Schleiden diese Unterstützung zuteil werden lassen müsse. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Als Stadt, die mit Tourismus Geld verdienen möchte, sollten wir es uns zweimal überlegen, ob wir ein solch einzigartiges Projekt wie den „Kulturschock“ zu einem beliebigen Objekt deklassieren sollten, welches auch so zu behandeln ist. Dies zeugt von provinzieller Engstirnigkeit und dem Unvermögen, Möglichkeiten und Perspektiven richtig einzuschätzen.
Weiter wurde angeführt, es habe kein belastbares Konzept vorgelegen. Dies ist insoweit korrekt, als dass man die oben angeführten Überlegungen der Verwaltung als unvollständig und somit mangelhaft verstehen kann. Man kann es aber auch als offenes Konzept verstehen, welches sich mit der Zeit mit Leben gefüllt hätte. In der Geflüchtetenhilfe ist vieles im Fluss, die Dinge verändern sich mitunter täglich, ja stündlich. Hier kann eine gewisse Offenheit und Flexibilität nur hilfreich sein. Dazu muss man allerdings in der Lage sein, sich geistig auf offenes Terrain zu bewegen und enge Leitplanken hinter sich zu lassen.

„Die anderen Parteien schlagen Fördergelder des Landes in den Wind.“


Allgemein wurde betont, man habe nichts gegen Integration, im Gegenteil. Dennoch lehnte man nicht nur die Anmietung des ehemaligen Caritashauses ab, sondern zwang die Verwaltung ihren – voll förderfähigen – Antrag zurückzuziehen und vertagte das Thema in einen noch zu gründenden Runden Tisch.
Mit folgenden Konsequenzen: Die Geflüchteten sitzen weiterhin in ihren Unterkünften und drehen Däumchen, die Ehrenamtlichen in der Geflüchtetenhilfe werden nicht finanziell unterstützt, das Stadtbild verliert durch zusätzlichen Leerstand und dem Wegfall von kulturellen Angeboten weiter an Attraktivität, es gibt keinen offenen Ort der Begegnung von „alten“ und „neuen“ Nachbarn.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass es einer Mehrheit im Rat der Stadt keine 6.000 Euro pro Jahr wert ist, echte Integration zu ermöglichen, dem demografischen Wandel entgegenzuwirken und Schleiden für Einheimische und Touristen attraktiv zu erhalten.
Sollten aus dem noch zu gründenden Runden Tisch in naher Zukunft gute Vorschläge und Konzepte zur Integration geflüchteter Menschen und Unterstützung des Ehrenamtes erwachsen, werden wir alle für diese Neuerfindung des Rades eine Menge Geld in die Hand nehmen müssen und keinen auch nur ansatzweise ähnlich zentralen und attraktiven Ort für deren Realisation zur Verfügung haben. Fördermittel und Haus sind dann nämlich weg! Der Förderantrag hätte bis Mitte März gestellt werden müssen – das Haus steht schon sehr bald leer!


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